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Beitrag: Regenbogenpatina |
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foxcoin
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Regenbogenpatina |
Hallo,
habe mehrere 5RM aus dem Dritten Reich.
Unter anderem dieses Stück hier.
Das Stück hat eine ausgesprochen starke Regenbogenpatina.Wie entsteht so eine Patina?Normalerweise werden die Silbermünzen doch dunkler.
Lässt man sowas drauf?Ich finde es eigentlich ganz hübsch,zumal das Stück vz-Stgl. ist und mit dem Stempelglanz wirkt das Stück noch schöner als auf dem Bild.

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augustinerbier 03.03.06 - 18:12
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Re: Regenbogenpatina |
Hallo Frank,
solch patinierte Münzen habe ich mehrere vom KR angefangen, leider kann ich Dir Deine Antwort nicht beantworten, aber der Olfy wird schon drüber fallen..........
Schönes Wochenende und morgen und übermorgen ist Numismata in München (na da schaun´G mer mal.)
augustinerbier-Rudi
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kay 03.03.06 - 19:33
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Re: Regenbogenpatina |
Diese Verfärbungen des Metalles enstehen in einer feuchten schwefelhaltigen Umgebung.
Man kann sie auch selbst erzeugen, indem man eine Silbermünze 1-2 Sekunden in einer Lösung aus Wasser und einem kleinen Stück Schwefelleber eintaucht und dann sofort abtropfen lässt.
Um so länger man eine Münze eintaucht, um so dunkler wird sie. Umso feuchter die Umgebung ist, umso mehr Blautöne entstehen. In ganz trockner Umgebung wird das Silber golden.Bzw beim Eintauchen bis zu maximal 1 Sekunde .
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olfy07 03.03.06 - 20:08
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Re: Regenbogenpatina |
Hi alle,
natürlich falle ich hier ein! Das ist doch mein Thema!
Aaaaaalso: Was Du hier siehst ist eine Münze, die mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Adler gelegen hat - auf einem porösen Untergrund oder zentral auf einer anderen Münze. Der Rand ist dunkler als die Mitte. Es wurde schon geschrieben, dass die unterschiedlichen Farben vom Schwefelgehalt in der Umgebung herrühren. Das ist (nicht unbedingt) richtig, aber auf jeden Fall unvollständig. Das "dunkele" ist das Silberoxid bzw. SilberSulfid. Beide Stoffe sind schwarz! Das gelbe/gelbbraune ist normalerweise SilberPhosphat! Wenn Du diese Münze in ein eine Münzdose packst, ist die Farbe in 100 Jahren noch genau so. Wenn Du die Münze mit Schwefelleber behandelt hast, wird die Farbe relativ schnell dunkel; fast schwarz. In diesem Falle kommt die Farbe von der unglaublichen "Dünne" (Gegenteil von "Dicke") der Sulfidschicht. Das oxidiert aber rasch nach.
Ich arbeite viel mit Silberelektroden, und da habe ich festgestellt, dass solche, die in Nähe von Schimmelpilzen (also z.B. im Bad, oder im Chemieraum ;-)) deutlich eher zur REgenbogenpatina neigen. Da haben wir auch richtig viel Phosphat in der Luft (aus dem Stoffwechsel der Pilze). Experimente mit einer bestimmten Phosphatlösung führen innerhalb von einigen Sekunden zu absolut wunderbaren Patinas! Also: Von mir würde ich solche Prachtexemplare nicht kaufen ;-))))))
Bei Kupfermünzen gibt es diese Blautönung, wenn Du sie bspw. mit Kernseife etwas reibst. Das passiert aber auch auf natürlichem Wege. Kupferionen sind sehr farbenprächtig....
viele Grüße
Meinolf
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Antidote 03.03.06 - 21:29
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Re: Regenbogenpatina |
Da gibt es wirklich wunderschöne Stücke:
http://rg.ancients.info/guide/toning.html
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Wolfgang Mergel 04.03.06 - 14:17
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Re: Regenbogenpatina |
Hallo Olfy07,
kann soetwas auch von starkem Erhitzen kommen?
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Effertz01 04.03.06 - 15:43
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Re: Regenbogenpatina |
Hallo Wolfgang,
lt. Seite, die Antidote nennt - kann auch Hitze eine Rolle spielen.
Auf der Seite wird u.a. erwähnt, dass manch einer die Münzen in den heißen Ofen steckt.
Als Backvorschlag wird eine Kombination mit einer Kartoffel genannt - quasi Münzen Gratin ;-).
Schöne Grüße.
Thomas
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kay 04.03.06 - 19:59
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Re: Regenbogenpatina |
In Schwefelleber sehen die Münzen haargenauso aus. Sogar in der Mitte golden.Ich arbeite fast jeden Tag mit Drachmen, die ich nachdunkeln muß, weil ich da das Hornsilber weggeschnitten habe.
Daher kann ich mittlererweile schon ziemlich viele Farbtöne erzeugen. Von Gold bis graublau bishin zu schwarz und braun.
Und wenn diese Münze lange genug in einem Album gesteckt hat, dessen Seiten Kunststofftaschen hat, dann ist es durchausmöglich, daß Schwefel aus dem weihcen Plastik herausgedämpft ist.
Ich erinnere nur daran. Ich habe letzten Sommer bei Heinz Silberdollar gekauft( blank) und sie seitdem in einem Münzkoffer von Lidl liegen ( rote Sanmt- Einlagen. Alle Münzen haben nun verschiedene Farbtöne. Goldig, rötlich knallblau und grau!
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olfy 04.03.06 - 21:32
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Re: Regenbogenpatina |
Kay, ich habe dich nicht angegriffen! Lass uns den Spaß mal auf literaturbekannte, naturwissenschaftliche (in diesem Falle chemische) Füße stellen:
Zur Patinabildung durch Schwefelleber: Schwefelleber besteht aus einer Mischung verschiedener Alkalipolysulfiden; meist mit NAtrium (siehe: http://www.kremer-pigmente.de/64420.htm). Die Schwefelketten können sehr lang sein, verschiedene Bücher sprechen da von 20 bis 150. Diese Polysulfide zerfallen in wässriger, leicht saurer aber auch alkalischer Lösung zu kleineren Sulfiden, die sich mit vielen Edelmetallen zu schwerlöslichen Salzen verbinden können.
Behandelt man eine Silbermünze damit, entsteht ein Farbeindruck. Der Effekt befindet sich auf der ersten und zweiten Atomschicht der Oberfläche der Münze. Blautöne entstehen durch das Abscheiden von Silber-Trisulfid (Ag-S-S-S-Ag), gelbgrüne Tönungen kommen vom Disulfid (Ag-S-S-Ag), Rotfärbung vom Tetrasulfid (Ag-S-S-S-S-Ag). Alle genannten Verbindungen sind an der Luft aber nicht stabil, weil sie im Laufe einer gewissen Zeit durch Feuchtigkeit und sich selbst katalysiert Schwefel abscheiden und es bleibt Ag2S zurück; das ist schwarzbraun bis schwarz.
Wenn es jedoch zu einer Einlagerung der Sulfide in die Lücken zwischen den Silberatomen etwa ab der dritten / vierten Atomschicht kommt, dann kann der Luftsauerstoff und die Luftfeuchte dem nichts mehr anhaben und der Farbeindruck bleibt lange Zeit bestehen. Das Eindringen des Schwefels in das Metall erfolgt langsam durch Diffusion.
(Literatur: Holleman, Wiberg, Lehrbuch der anorganischen Chemie, 101. Auflage; Journal of Sulphur Chemistry, Band 34, 1986, S. 225); Anorganikum, Autorenkollektiv, VEB Druck Leipzig; Greenwood Earnshaw, Chemistry of the Elements, Students Press, London)
Eine andere Art der Regenbogen-Patinabildung ist die Phosphatierung des Silbers. Das steht in dem ersten Posting beschrieben.
Sollte es zu missverständlichen Aussagen im ersten Eintrag gekommen sein, so tut mir das natürlich Leid! Ich habe kein Interesse daran, jemanden der Lüge zu bezichtigen oder an seinen Aussagen zu zweifeln. Und, im Gegensatz zu einigen anderen hier, ich halte auch mal die Klappe, wenn ich keine Ahnung habe! Umgekehrt melde ich mich aber lautstark zu Wort, wenn ich Ahnung habe!
viele Grüße und happy patining
Meinolf
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olfy 04.03.06 - 21:34
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Re: Regenbogenpatina |
...und noch eins: Klar kann das auch durch Hitze kommen. Und auch hier könnte man chemisch sehr tief in Detail gehen. Aber das war ja nicht gefragt... Nur so viel: Es hängt damit zusammen, dass heiße Teilchen anders reagieren als kalte ;-)
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olfy 04.03.06 - 21:35
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Re: Regenbogenpatina |
...und noch eins: Damit ich gleich nicht wieder eMails bekomme, dass ich nicht erreichbar bin, wenn man mich nicht kennt:
olfy007@hotmail.com
viele grüße
Meinolf
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Chippi 04.03.06 - 22:18
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Re: Regenbogenpatina |
Und, olfy, wie machst du die Teilchen scharf??? ;-)))
G.C.
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olfy 04.03.06 - 22:30
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Re: Regenbogenpatina |
heiß, Chippi, heiß!
nicht scharf. einfach nur "heiß"!
;-)
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Chippi 04.03.06 - 22:57
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Re: Regenbogenpatina |
Wo liegt denn da der Unterschied, beides erfolgt mit den gleichen Mitteln...;-)))
G.C.
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olfy 04.03.06 - 23:08
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Re: Regenbogenpatina |
chippi, ich staune! Läuft das bei Euch im Osten doch anders?
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Dani 14.03.06 - 17:03
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Re: Regenbogenpatina |
hallo,
ich suche solche stück.
wer welche zum abgeben hat, bitte bei mir melden
grottenolm2001@aol.com
Danke
Dani
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